Juli Zeh: Leere Herzen

Juli Zeh: Leere Herzen

Juli Zeh ist eine sichere Bank. Alles, was ich bisher von ihr gelesen habe, war immer gut beobachtet und schön zu lesen. Unterleuten fand ich fantastisch. Doch Leere Herzen lässt mich etwas unbestimmt zurück. Die Grundidee finde ich sehr gelungen, auch wartet die Geschichte mit einigen interessanten Facetten auf, die sie lesenswert machen, aber insgesamt vermag das Buch mich nur mit Einschränkungen zu begeistern.

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Françoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten

Françoise Frenkel: Nichts, um sein Haupt zu betten
Kann ein Buch, das die Flucht einer polnischen, frankophilen Jüdin erzählt, erbauend sein? Den Leser mit einem guten Gefühl zurücklassen? Erstaunlicherweise Ja. Françoise Frenkels Bericht, der von der Gründung der ersten französischen Buchhandlung in Berlin-Charlottenburg bis zur Flucht in die sichere Schweiz 1943 reicht, ist unbedingt zu empfehlen. Nicht zuletzt, weil er lehrt, dass es Güte auch in dunkeln Zeiten gibt.

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Sarah Bakewell: Wie soll ich leben? Oder das Leben Montaignes in einer Frage und 20 Antworten

Sarah Bakewell: Wie soll ich leben? Oder das Leben Montaignes in einer Frage und 20 Antworten

Dass sich Bücher nicht nur über ihren Inhalt verkaufen, sondern in erster Linie über ihr Cover, ist kein Geheimnis. Bei den Werken, die von Sarah Bakewell bei C.H. Beck erschienen sind, hat mich die Gestaltung so begeistert, dass ich gar nicht anders konnte, als sie mitzunehmen. Der Blick auf das Cover von Wie soll ich leben? Oder das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten verspricht eine informative, aber kurzweilige Schilderung des Lebens des großen Essaisten.
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Hisako Inoue: Die Bibliothek der Gerüche

Hisako Inoue: Die Bibliothek der Gerüche

Es ist ein eigenartiges Bild, das sich dem Betrachter offenbart, wenn er dieser Tage in die Münchener Villa Stuck geht. Konzentriert vergraben die Museumsbesucher ihre Nasen in Büchern aller Art und versuchen den Geruch in sich aufzusaugen. Sie schnüffeln an den Buchrücken, lassen ihre Finger durch die Seiten gleiten und prüfen, ob sich der Geruch verändert. Auch das Rascheln des Papiers wird aufmerksam registriert. Ausgedacht hat sich diese außergewöhnliche, interaktive Ausstellung die japanische Künstlerin Hisako Inoue.

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Heinz Strunk: Der goldene Handschuh

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh
Just in dem Moment, da ich Strunks Der goldene Handschuh zugeklappt hatte, las ich, dass das Buch für die Theaterbühne adaptiert worden ist – ein Zufall, schließlich ist das Werk bereits 2016 erschienen und hat erst jetzt den Weg in meinen Bücherschrank gefunden. Mich hat das Buch mit dem Gefühl des Angeekelt-Seins zurückgelassen, was nicht an der literarischen Qualität des Werkes an sich liegt, sondern vom Autor durchaus gewollt ist.

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Jean-François Parot: Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

Jean-François  Parot: Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel

Als Maigret des vor-revolutionären Frankreichs beschreibt Le Figaro Commissaire Nicolas le Floch. Der aufstrebende junge Ermittler steht im Zentrum des Krimis von Jean-François Parot: Commissaire Le Floch und das Geheimnis der Weißmäntel. Ein Ritterschlag, den die Tageszeitung damit vornimmt, denn wer steht mehr für den klassischen französischen Kriminalroman als die Figur von Georges Simenon? Treffend ist die Aussage insofern, als dass der erste Band der le Floch-Reihe ein sehr klassisches Finale findet. Wenn der junge Beamte ausschweifend vor großem Publikum die Auflösung präsentiert, meint man fast, Maigret oder Poirot um die Ecke biegen zu sehen. Unterhaltsam ist der Krimi dennoch, wenngleich mir die „halluzinatorische Suggestivkraft“, die Le Figaro ausgemacht haben will, stark übertrieben scheint.

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Abir Mukherjee: Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee: Ein angesehener Mann
Ich habe eine Schwäche für Romane und/oder Krimis, die in Indien spielen. Der exotische Touch und das indische Chaos bilden einen hervorragenden Rahmen, für Ermittlungen mit einem leicht humoristischen Einschlag. Was bei dem indischen Privatdetektiv Vish Puri von Tarquin Hall geklappt hat, gelingt auch bei „Ein angesehener Mann“: der Auftakt für die Sam Wyndham-Reihe von Abir Mukherjee.

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