Noah Hawley: Vor dem Fall

Noah Hawley: Vor dem Fall

Noah Hawley ist in Deutschland vor allem als Drehbuchautor bekannt, der unter anderem für Bones und Fargo geschrieben hat. 2016 hat er Vor dem Fall veröffentlicht, das hierzulande bei Goldmann herausgekommen ist. Ich empfand das Buch – trotz der zuweilen positiven Kritiken in den Zeitungen – als enttäuschend. Die Charaktere sind eindimensional und flach wie Pappfiguren, die Story hat mich auch nicht gepackt.

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Nathan Hill: The Nix / Geister

Nathan Hill: The Nix / Geister

Zehn Jahre, schreibt Nathan Hill in seiner Danksagung, habe er an The Nix gearbeitet. Angefangen hat er also in einer Zeit, in der die USA noch von George W. Bush regiert worden war und die Vorstellung, dass Donald Trump eine politische Karriere einschlagen könnte, absurd erschien. Im Roman aber schickt sich ein rechts-populistischer Präsidentschaftskandidat an, das Land zu erobern. Es ist nicht zuletzt diese prophetische Kraft, die Nathan Hill auf die Bestsellerlisten gespült hat.

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Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem

Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem

Es gibt Bücher, die unterhalten, und Bücher, die breite gesellschaftliche Kontroversen nach sich ziehen. Letzteres ist nicht zuletzt dann der Fall, wenn der Autor damit einen wunden Punkt getroffen hat. Eines dieser in vielerlei Hinsicht umstrittenen, aber sehr lesenswerten Bücher ist Hannah Arendts Eichmann in Jerusalem, das auch 40 Jahre nach der ersten Auflage noch jede Berechtigung hat, im Bücherregal zu stehen und gelesen zu werden.

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Volker Kutscher: Die Akte Vaterland

Volker Kutscher: Die Akte Vaterland
Die besten Feiern sind oft die, die man gar nicht geplant hat. Und die besten Bücher oft die, die man mitgenommen hat, ohne zuvor etwas über den Autor und seinen Stil gelesen zu haben. Eine solche Entdeckung war bei mir Die Akte Vaterland. Es ist der vierte von mittlerweile sechs Krimis mit dem Ermittler Gereon Rath, die in Berlin unmittelbar vor bzw. die späteren Bände auch nach der Machtergreifung durch die Nazis spielen.

Kutscher gelingt dabei ein atmosphärisch dichter Roman. Auch wenn das Scheitern der Weimarer Republik und die NS-Ideologie nicht einmal die zentralen Themen des Krimis sind, liegen sie doch wie ein bedrohlicher Schatten über der Geschichte. „Volker Kutscher: Die Akte Vaterland“ weiterlesen

François Roux: Die Summe unseres Glücks

François Roux: Die Summe unseres Glücks

Es gibt Bücher, die kauft man aus einem unbestimmten Bauchgefühl heraus: nach einem flüchtigen Blick auf das Cover und ohne den Klappentext aufmerksam durchgelesen zu haben. Für mich war Die Summe unseres Glücks von François Roux ein solches Buch. In diesem Fall war es goldrichtig auf meine Intuition zu vertrauen, denn der 2016 bei Piper erschienene Roman ist ein meisterhaftes Portrait der Generation Mitterand, das beileibe nicht nur für die französische Gesellschaft Aussagekraft besitzt.

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Philipp Blom: Böse Philosophen

Philipp Blom: Böse Philosophen
Die französische Aufklärung ist dem deutschen Schriftsteller und Historiker Philipp Blom ein ganz besonderes Anliegen. Nachdem er bereits 2005 Das vernünftige Ungeheuer bei Eichborn veröffentlicht hatte, in dem er über die Entstehungsgeschichte der Encyclopédie schrieb, folgte 2011 sein Werk über Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung. Damit erinnert er an das Denken und die Leistung insbesondere Denis Diderots und Baron d’Holbachs. Ihm gelingt es kurzweilig die wesentlichen Grundgedanken der Aufklärung (wenn man überhaupt von der Aufklärung als einer kohärenten Bewegung sprechen will) zu skizzieren und vor allem die Zeit der philosophischen Salons in Paris lebendig werden zu lassen. Offenkundig wird seine nicht zu übersehende Schwäche und Sympathie für die beiden Autoren, wodurch die Ausgenwogenheit der Darstellung etwas leidet.

Ayelet Gundar-Goshen: Löwen wecken

Ayelet Gundar-Goshen: Löwen wecken

Ein Neurochirug überfährt einen illegalen Einwanderer und flieht vom Ort des Geschehens. Ayelet Gundar-Goshens Roman könnte in vielen Ländern spielen und ist in Zeiten verstärkter Migrationsbewegungen besonders aktuell. Die isrealische Autorin wählt als Schauplatz ihr Heimatland. Löwen wecken spielt in Beer Scheva, der Hauptstadt der Negev-Wüste. Das 2016 bei Kein & Aber auf deutsch erschienene Werk verbindet gekonnt die Lebenswelten von Menschen miteinander, die sich normalerweise kaum berühren: isrealisches Bürgertum, arabische Beduinen und eritreerische Flüchtlinge.

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